Gedicht:
Merkur“, FatZebra
Video, Schnitt, Ton und Sprache: FatZebra.org

Jeden Abend, im Sonnenuntergang,
wenn der Himmel ein letztes Mal für den Tag erglüht,
sehe ich dich aus den Wolken schweben,
getragen von geflügelten Sandalen,
oder auch von der Kraft deiner Worte,
und du ziehst übermütige Kreise
doch du weißt, ich warte auf dich.

Deine Augen sind die Augen aller Menschen,
die ich liebte und sie strahlen in himmlischem Blau.
Du leichtfüßiges, übermütiges, unbegreifbares Wesen
aus den Wolken, komm und setz dich zu mir ins Gras.
Hab keine Angst, ich werde dich nicht zwingen,
nicht versuchen, dich zu halten, ich habe endlich gelernt,
dich muß man gehen lassen, wenn man dich lieben will.

Ein Lufthauch zeigt mir, du bist da und
bald flüsterst du in mein Ohr, und
bald spüre ich deinen Atem in meinem Nacken
und alles an mir zittert vor Glück
wenn deine Worte mich berühren.

Wie ein Falter umschwebst du mich,
ich spüre noch die Berührung deiner Flügel
ich weiß, ich möchte sagen, bleib doch noch hier,
wir haben nur diese Nacht, möchte meine Hand ausstrecken,
doch ich fühle nur den Luftzug, den du immer hinterläßt,
und du bist nur noch Erinnerung,
ein Bild im Rauch.

FatZebra

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